Hallenwettkämpfe USA
Vivian Groppe verbesserte sich auf der Hallenrunde auf 24,81 Sekunden
Beim Nevada Wolf Pack Classic in Reno bestätigte Vivian Groppe ihre derzeit starke Hallenform und glänzte mit einer neuen persönlichen Bestzeit über 200 Meter.
92 Athletinnen ermittelten in 23 Zeitvorläufen die schnellsten Sprinterinnen des Westens der USA. Vor dieser Saison war Vivian Groppe die 200 Meter in der Halle noch nie unter 25 Sekunden gelaufen. Ihre bisherige Bestzeit stammte von einem Hallenmeeting in Dortmund, wo sie am 18. Dezember 2021 mit 25,04 Sekunden die Hallenrunde beendet hatte. In dieser Saison jedoch blieb die frühere deutsche U18-Meisterin bei allen drei Starts unter der 25-Sekunden- Schallmauer, ein klarer Beleg für ihre kontinuierliche Entwicklung.
Im elften Zeitvorlauf musste sie auf der Außenbahn starten, doch vom ersten Schritt an war klar, dass ihr der Sieg nicht zu nehmen war. Mit kraftvollen, schnellen Schritten bog sie nach einem technisch sauberen Kurvenlauf mit knapp drei Metern Vorsprung auf die Zielgerade ein. Mit der persönlichen Bestzeit von 24,81 Sekunden verteidigte sie ihre Führung souverän bis ins Ziel und ließ sie Payge Walz (Utah, 25,16) und Chrysi Fountoulaki (San Francisco, 25,78) deutlich hinter sich. Mit dieser großartigen Leistung verpasste sie die hessische Hallen-Jahresbestzeit nur knapp. Diese hatte Lilly Kaden, die zweifache U23-Europameisterin von 2021 in Tallinn, die für das Sprintteam Wetzlar startet erst eine Woche zuvor bei den Landesmeisterschaften in Frankfurt mit 24,79 Sekunden aufgestellt. Mit dieser Zeit setzte sich Kaden vor Helen Marhöfer (Eintracht Frankfurt, 24,93) durch.
„Nach den guten Trainingsergebnissen bin ich mit viel Selbstvertrauen an den Start gegangen“, bilanzierte die Studentin der University of Nevada. „Schade war nur, dass ich wieder ganz außen laufen musste. So hatte ich auf der ersten Hälfte niemanden vor mir und war von Beginn an die Gejagte. Aber ich blieb bis zum Schluss locker, vielleicht sogar zu locker“
Auch über 60 Meter, wo 79 Athletinnen gemeldet waren, ging die ehemalige DLV-Perspektiv-Kaderathletin Sprinterin an den Start. Sie hatte sich viel vorgenommen und peilte eine Zeit unter 7,70 Sekunden an. Doch erneut erwischte sie schwachen Start und fand erst nach der Hälfte der Strecke ins Rennen. Trotz starker Endbeschleunigung verpasste sie ihr Ziel, stellte aber als Fünfte mit 7,78 Sekunden ihre Jahresbestzeit ein.
„Mein Start lief wieder nicht wie geplant; das war schon frustrierend“, gestand Vivian im Telefongespräch mit ihrem Heimtrainer. „Ich hoffe, dass das Kurzsprint-Training in der kommenden Woche besser wird, um wieder Selbstvertrauen und Reaktionsvermögen wieder zurückzugewinnen.“
Zum Abschluss stand die 4x400-Meter-Staffel auf dem Programm. Als Schlussläuferin legte sie ihre beiden Runden in 57,37 Sekunden zurück und sicherte ihrem Team mit 3:50,03 Minuten den zweiten Platz. Ein gelungenes Finale für ein starkes Wettkampfwochenende.
Vivian Groppe glänzte beim Einstand in die USA-Hallensaison
Mit einem Paukenschlag eröffnete Vivian Groppe (MT Melsungen) den Hallenauftakt in Reno (Nevada) und überzeugte dabei mit glänzenden Sprintzeiten. Die 21-Jährige aus Beiseförth, die an der University of Nevada im dritten Semester „International Business“ und „Sportmanagement“ studiert und für ihre starken akademischen Leistungen in die Dean’s List aufgenommen wurde, präsentierte sich über 200 Meter bereits in bestechender Frühform und setzte gleich zum Saisonbeginn ein deutliches Ausrufezeichen.
Die frühere deutsche U18-Meisterin kam nach einem explosiven Start hervorragend in die Beschleunigungsphase, hielt ihr hohes Tempo bis zum Ausgang der letzten Kurve und sah lange wie die sichere Siegerin aus. Doch dann ging ihr die Lockerheit verloren und sie geriet in Vorlage. Dadurch konnte sie ihre Beinkraft nicht mehr optimal auf die Bahn übertragen und wurde deshalb noch auf den letzten Metern von ihrer Trainingspartnerin Nayla Piper (24,79 sec.) und Jayla Cigar-Dingle (Sacramento, 24,86 sec.) abgefangen.
Dennoch durfte Vivian Groppe jubeln: Mit 24,90 Sekunden blieb sie erstmals in ihrer siebenjährigen Sprintkarriere unter der 25-Sekunden-Marke in der Halle und verbesserte ihre persönliche Bestzeit vom 18. Dezember 2021 in Dortmund um 14 Hundertstel. Ein Einstand mit Signalwirkung.
„Ich bin so überwältigt und froh, einfach nur glücklich“, sagte sie unmittelbar nach dem Rennen ihrem Heimtrainer Alwin Wagner am Telefon, der ihren Lauf im Livestream verfolgt hatte. Wagner ordnete ihre Vorstellung vielversprechend ein: „Vivian fehlt noch die Sprintausdauer, die sie früher immer ausgezeichnet hat. Aber die Saison hat erst begonnen, und diese starke Zeit macht Hoffnung auf die kommenden Wettkämpfe.“
Auch über 60 Meter und in der 4x400-m-Staffel zeigte die Nordhessin, dass sie im US-College-System angekommen ist und bereit für höhere Aufgaben scheint. Mit 7,81 Sekunden verpasste sie ihre Vorjahresbestzeit nur um fünf Hundertstel und als Schlussläuferin der zweiten Nevada-Staffel (3:53,94 min) überzeugte sie mit starken 58,36 Sekunden.