Silvesterlauf des TuSpo Ziegenhain
  02.01.2021 •     Kreis Schwalm-Eder , Presse


Silvesterlauf des TuSpo Ziegenhain

Ziegenhain - Alljährlich kündigt der Klang der Sambatrommeln beim Silvesterlauf des TuSpo Ziegenhain in der Schwalm den Jahreswechsel an. Strömen die Läufer aus Nah und Fern in den Schützenwald. Es ist der Tag mit den meisten Laufveranstaltungen in Deutschland und für viele der Wettkampfhöhepunkt im Winter. Begonnen hat die Silvesterlauf-Begeisterung 1925 in Sao Paulo in Brasilien und hat in der Schwalm ebenfalls eine lange Tradition. Bei Runner`s-World wird das Laufereignis im Schützenwald hinter Gummersbach gemeinsam mit Gersthofen, Bogen, Gera und Krefeld als eines der ältesten in Deutschland gelistet. Es sollte eigentlich der 50. Jubiläumslauf werden. Eigentlich. Doch durch Corana kam die Absage.

Die Anfänge :

Wie viele traditionsreiche Veranstaltungen hat dieses Ereignis einmal klein angefangen. 15 Laufbegeisterte waren 1971 bei der von Siegfried Laabs organisierten Premiere dabei. Olympionikin Sylvia Schenk war die erste Siegerin - noch vor den Männern. Rekordleistungen waren noch nicht gefragt. Zur Ermittlung der Zeiten reichte eine einfache Armbanduhr - und alles hatte noch einen familiären Charakter. Der dritte Wettbewerb 1973 war ausgelagert in den „Linsinger Wald“. Unter 57 Starter taucht mit Klaus Bornmann bereits der heute noch aktive Erfolgstrainer des ESV Jahn Treysa als Sieger auf. Bei der Rückkehr 1975 in den Schützenwald wurde der Start an die Nachsorgeklinik verlegt.

Die Bilanz :

Mehr als 8500 Sportler schnürten bisher im Schützenwald die Laufschuhe. Altfußballer Dieter Vaupel (TuSpo Ziegenhain) war 35 Mal dabei. Bis ins hohe Alter lief Peter Kalbfleisch (VfB Schreckbach/33) dieses Event mit. Auf 31 Einsätze blickt Bernd Knauff (SC Neukirchen) zurück. Mit großem Abstand ist Margret Schildwächter (30) die Spitzenreiterin der Frauen.

Stolz auf die lange Tradition zeigte sich TuSpo-Ziegenhain-Chef Thomas Schrammel. „Ein halbes Jahrhundert wurde hier im besten Sinn ehrenamtliche Arbeit geleistet. Dieses ist heute nicht mehr selbstverständlich. Viele Laufveranstaltungen gibt es nicht mehr“, sagte er und hielt weiter fest „Die ganz besondere Atmosphäre, wo neben leistungsorientierten Athleten auch Hobbysportler und sogar ganze Familien an den Start gehen wollen wir erhalten“. „Antrittsgeld bleibt für uns weiterhin ein Fremdwort“,  stimmt Mitorganisator Bernd Bick mit bei.

Die Top-Athleten der Männer :

 Thorsten Kramer (LG Eder) ist der Rekordsieger auf der langen Distanz über 8100 Meter der Männer. Zwischen 1994 und 2004 blieb der Physiotherapeut aus Battenfeld sechs Mal erfolgreich. Drei Athleten erreichten bisher vier Siege. Bernhard Reiß (ESV Jahn Treysa) war der erfolgreichste Wettkämpfer der 1990`er Jahre. Vier Mal in Serie (2008 bis 2011) erreichte Triathlet Marc Unger (SC Neukirchen) als Erster das Ziel an der vormaligen Geriatrie.

Eben so oft triumphierte Matthias Berg (SC Steinatal), der im Vorjahr in 26:56 Minuten der letzte Sieger war und das Zeug hat, zum sechsfachen Champion Thorsten Kramer aufzuschließen. „Dieser Kurs mit überwiegend Waldboden und einer knackigen Steigung zu Beginn gehört zu meinen Lieblingsstrecken“, bedauert der Studienrat aus Neukirchen, der auch in diesen Jahr zu den Favoriten zählte, diese Absage.

Die erfolgreichsten Frauen :

Mit sechs Spitzenplätzen war Tanja Ruppert (SG Chattengau), die jetzt Nehme heißt, zwischen 2007 und 2016 die beherrschende Athletin über die lange Distanz der Frauen. „Ob Matsch, Dauerregen oder Schnee, mir hat es im Schützenwald immer viel Spaß gemacht“, sagt die Senioren-Weltmeisterin von Janske Lazne/Tschechien 2013 im Berglauf.

Mit jeweils drei Erfolgen glänzten Monika Wöhleke (LG Baunatal) sowie Verna Siebert-Kilian vom TSV Obervorschütz „Diese Siege zählen zu den schönsten Erinnerungen in meiner Laufbahn“. „Durch die Anfeuerungsrufe herrschte auf dem anspruchsvollen Streckenprofil immer eine ganz besondere Stimmung“, sagt Jolina Vaupel (TSV Geismar), die mit 18 Jahren bereits die letzten drei Rennen gewann und Tanja Ruppert als Rekordsiegerin einmal übertrumpfen kann   (zct)

Die schnellsten Zeiten in 49 Jahren im Schützenwald :

Männer:

8100 m: Felix Plinke (LG Regensburg) 25:55 Minuten, Ulrich Wolf (TV Wetter) 26:02, Bernhard Reiß (ESV) 26:14, Marco Schwab (PSV Grün-Weiß Kassel) 26:14, Helmut Notdurft (TP) 26:33, Thorsten Kramer (LGE) 26:34, Jochen Steinbrecher (LGR) 26:35, Erwin Drescher (LG Schwalmstadt) 26:40, Henning Schein (OV) 26:44, Dieter Sinning (TSV Spangenberg) 26:45.

2740 m: Florian Orth (ESV) 7:52, Waldemar Pajonk (ESV) 8:13, Olaf Hoos (TV Sondheim) 8:19, Matthias Menzfeld (ESV) 8:19, Oliver Pausch (ESV) 8:26, Dirk Schade (LGB) 8:28, Thorsten Vollmer (ESV) 8:28, Dirk Schilde (LG Fulda) 8:30, Hilmar Knoll (SC Steinatal) 8:32, Alfons Werner (VfL Eiterfeld) 8:32.

Frauen:

8100 m: Tanja Ruppert (SG Chattengau) 30:51, Sonja Richardt (BGM) 30:54, Meike Wallow (BGM) 31:27, Birgit Lennartz (TP) 31:37, Vera Siebert (OV) 32:05, Karen Goldmann (LGV Giessen) 32:08, Julia Ostendorf (ASC Breidenbach) 32:09, Monika Wöhleke (LGB) 32:12, Laura Domaß (LGR) 32:17, Jolina Vaupel (TSV Geismar) 32:24.

2740 m: Irena Gazda-Sagolla (R/W) 9:54, Silvia Bernhardt (TSV Immichenhain) 10:03, Laura Domaß (LGR) 10:10, Anna-Lena Pausch (TSV Stadtallendorf) 10:11, Simona Greier (SC Ostheim) 10:24, Isabel Giebl (GSV Eintracht Baunatal) 10:28, Madita Hendriks (CJD Oberurff) 10:32, Sandra Hoffmann (ESV) 10:34, Marlene Kowalik (R/W) 10:39, Simone Reder (LGE) 10:40.

Vereinabkürzungen: ESV = ESV Jahn Treysa, OV = TSV Obervorschütz, LGB = LG Baunatal, LGR = LG Reinhardswald, LGE = LG Eder, R/W = LG Remsfeld/Wabern, BGM = Blau-Gelb Marburg, TP = Team Parkhöhe.     (zct)