Weitsprung Ewige Kreisbestenliste
  21.05.2020 •     Kreis Schwalm-Eder , Presse


Schwalm-Eder. Bei sieben Meter beginnt die Champions League der heimischen Weitspringer. Sechs Athleten des Kreises übertrafen in 75 Jahren Verbandsgeschehen diese Markierung.

Männer:

Philipp Imhof : Im Mai 2004 flog Philipp Imhof (SC Steinatal) in Bad Camberg auf 7,40 m führt mit dieser Weite die „ewige“ Kreis-Bestenliste an. Seine Blütezeit erlebte der 1,69 m große Athlet während seines Studiums an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Sechs Jahre später steigerte sich der im Immichenhain wohnende Diplom-Sportwissenschaftler der Werner-Wicker-Klinik in Reinhardshausen im Trikot des ASV Köln in Weinheim auf 7,71 m.  Noch immer reicht diese Weite locker zu einer Top-Zehn-Platzierung im DLV. Als Trainer im SC Alsfeld ist der antrittsschnelle Schwälmer weiterhin in der Leichtathletik aktiv.

Robert Lang: Als erster Athlet des Kreises schaffte Robert Lang (MT) die sieben Meter: 1980 gewann der heutige Architekt des Landes Hessen bei der Hessischen Jugend-Meisterschaft in Wiesbaden mit 7,21 m den Titel und erhöhte sechs Jahre später in Weilheim auf 7,29 m. Der achte Platz bei der Deutschen Hochschul-Meisterschaft in Kiel war sein größter Erfolg. Heute kümmert sich Lang als Trainer um den Nachwuchs des TV Obersuhl.

 Frank Rost: Für Frank Rost (LG Schwalmstadt), der jetzt  Bruchholz heißt und in Frankenhain wohnt, wurden im Mai 1987 in Felsberg 7,23 m gemessen. Mehr noch tat sich der Heilpädagoge und heutige Stadtrat von Schwalmstadt als Dreispringer hervor und blieb bei einer Bestleistung von 15,32 m vier Mal bei den Landes-Meisterschaften 1985 bis 1988 in den Medaillenrängen. Von diesen Weiten kann die heutige Generation nur träumen. 14,15 m reichten im Vorjahr in Kassel zum HLV-Titel.

Weitere: Zu weiteren Sieben-Meter-Athleten des Schwalm-Eder-Kreises zählen Bernd Höhle (TSV Spangenberg/1992: 7,19 m) sowie Florian Schwalm (SC Steintal/2004: 7,04 m). Dagegen blühte der mit 6,95 m (Schlitz 1986) verzeichnete Axel Dimmel (TuSpo Guxhagen) erst in der Fremde auf. Als Fünfter der DM von 1989 steigerte sich der heute in Bergisch Gladbach lebende Prokurist im Trikot der LG Eintracht Frankfurt auf 7,70 m, erhöhte später noch auf 7,77 m, und ist aktuell der deutsche Senioren-Meister im Weitsprung der M 55.

Frauen:

Tanja Borrmann: Drei Athletinnen übertrafen bisher die Sechs-Meter-Marke. Mit 19 Jahren war Tanja Borrmann (MT) ihrer Zeit weit voraus und empfahl sich früh für internationale Aufgaben. In Rhede verbesserte sie den hessischen Jugend-Rekord auf 6,43 m und war plötzlich die Nummer zwei der Juniorinnen im DLV. Dieses brachte ihr eine Berufung in die U 20-National-Mannschaft mit einem achten Rang bei der EM in Varzdin (Jugoslawien) ein. Ihre größten Erfolge feierte Borrmann, die heute König heißt, als Dreispringerin im Trikot des TSV Bayer Leverkusen. Die besten DM-Platzierungen erreichte sie 2000, als sie drinnen und draußen den Titel gewann. Auf 13,96 Meter (Wesel 2000) flog die heute 50-Jährige bei ihrem weitesten Satz und liegt damit auf Platz zehn der ewigen deutschen Bestenliste. 1995 qualifizierte sich die heute im Rheinland lebende Athletin für die WM in Göteborg.

Astrid Gsänger: Ohne internationale Einsätze kam Astrid Gsänger (LG Schwalmstadt) aus, die in 12,2 Sekunden auch eine exzellente Sprinterin war, und landete 1993 in Fulda bei 6,06 m. Heute lebt die Schwälmerin in Berlin und arbeitet als Reiseleiterin.

Xenia Achkinadze: Mit 17 Jahren übertraf Xenia Achkinadze (ESV Jahn Treysa), die nach ihrer Heirat Stolz heißt, 2006 in Kandel mit 6,05 m bereits die Sechs-Meter-Marke. Zwei Jahre später verpasste die in Anapa/Sowjetunion geborene Athletin im Trikot der LG Eintracht Frankfurt als DLV-Vize bei der U 20-Juniorion-EM in Bydgoszcz/Polen als Vierte hinter Dailenys Alcantara (Cuba/6,41 m) mit 6,33 m Bronze lediglich um acht Zentimeter. Der DLV-Titel 2012 in der Halle (6,56 m) sowie die Hallen-WM 2016 in Portland/USA (12. mit 6,37 m) waren weitere Stationen einer erfolgreichen Laufbahn im Sport. Ihre Bestleistung stellte die in Südhessen lebende Kommissarin 2015 mit 6,74 m in Bad Langensalza auf und gewann im Vorjahr bei der Deutschen Polizei-Meisterschaft in Göttingen ihren letzten Titel.    

 Ausblick:

An diese Leistungen können am ehesten die außerhalb des Kreises aktiven Elias Steiner (Niedermöllrich/LAV Uerdingen/6,72 m) sowie Josephine Otto (Bad Zwesten/LAV Kassel/5,54 m) anknüpfen.                                                                                     (zct)

Ewige Bestenliste des Schwalm-Eder-Kreises; die ersten Zehn. (Erzielte Leistungen im Trikot eines Vereins des Schwalm-Eder-Kreises).

Männer: Philipp Imhof (SCS) 7,40 m, Robert Lang (MT) 7,29 m, Frank Rost (LGS) 7,23 m, Bernd Höhle (TSV Spangenberg), Florian Schwalm (SCS) 7,04 m, Ralph Müller (TB) 6,97 m, Josef Klik (FZ) 6,95 m, Axel Dimmel (TuSpo Guxhagen) 6,95 m, Hans-Jürgen Hentschke (TB) 6,92 m, Klaus Gerhard (TSV Malsfeld) 6,90 m.

Frauen: Tanja Borrmann (MT) 6,43 m, Astrid Gsänger (LGS) 6,06 m, Xenia Achkinadze (ESV) 6,05 m, Antje Drews (MT) 5,94 m, Claudia Wacker (LGS) 5,89 m, Meike Flore (FZ) 5,76 m, Daniela Clobes (TSV Jahn Gensungen) 5,68 m, Lena Schmidt (ESV) 5,64 m, Ines Freudenstein (MT) 5,63 m, Christine Hantsch (FZ) 5,62 m.

Vereinsabkürzungen: LGS = LG Schwalmstadt, ESV = ESV Jahn Treysa, SCS = SC Steinatal, MT = MT Melsungen, TB = TuSpo Borken, FZ = TuS Fritzlar.   (zct)